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erschienen am 18.06.2013 00:00 Uhr
zuletzt bearbeitet 18.06.2013 11:10 Uhr

 
Energiespeicher in Gemeinderat umstritten

Floh-Seligenthal - Der Haupt- und Finanzausschuss Floh-Seligenthal hat auf seiner jüngsten Sitzung über zwei Projekte zur Energiewende - die Bürgerenergiegenossenschaft Seimberg und das geplante Pumpspeicherwerk Schmalwasser - beraten. Während das Gremium dem Gemeinderat empfiehlt, den Beitritt der Gemeinde zur Energiegenossenschaft zu beschließen, ist die Gemengelage beim Energiespeicher anders. "Wir werden wohl dagegen sein", sagte Bürgermeister Ralf Holland-Nell (CDU), die Auffassung des Ausschusses darstellend. Wie wichtig den politischen Gremien die Meinungsbildung ist, zeigt, dass auch Ehrenbürgermeister Peter Fräbel (FDP) in der Ausschusssitzung ausdrücklich zum Mitreden ermuntert wurde. Laut Holland-Nell sprechen aus Sicht der Gemeinde einige Punkte gegen das Speicherwerk im Gebiet von Tambach-Dietharz, unter anderem die sehr starken Eingriffe in die Natur.

Gleichwohl besteht aus Sicht einiger Gemeinderäte ohnehin kein Bedarf an zusätzlichen Pumpspeicherwerken, die derzeit durchaus einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten. Sie pumpen beispielsweise bei Nacht, wenn kaum Strom verbraucht wird, mit aus dem Norden ankommender Windenergie Wasser in das Oberbecken. Wenn die Industrie dann auf Hochtouren arbeitet, wird durch das Ablassen von Wasser wieder Strom erzeugt. Derzeit könne der Zusammenbruch des mit Naturstrom gefluteten deutschen Stromnetzes mitunter nur durch die Umleitung über Polen und Tschechien nach Süddeutschland verhindert werden, hatte jüngst Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) in Schmalkalden gesagt und damit für Stromautobahnen und bedingt für Pumpspeicherwerke geworben. th

 
 
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